Dübelversagen? Nein, danke!

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Betonausbruchkegel
Dübelversagen? Nein, danke!
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Eine der häufigsten Fragen zum Thema Dübel lautet: „Was hält der Dübel aus?“. Eigentlich müsste die Frage lauten: „Welche Kräfte kann der Untergrund aufnehmen?“.

In der Dübeltheorie geht man nicht nur davon aus, dass das Dübelmaterial (z.B. Stahlbruch) zum Versagen führt, sondern vorrangig der Untergrund (z.B. Betonausbruch oder Spalten). Dieser Betonausbruch äußert sich zum Beispiel durch den sogenannten Betonausbruchkegel, welcher mitunter von der zugelassenen Setztiefe des jeweiligen Dübels abhängt. Weitere Einflussfaktoren sind Betongüte, Rand- und Achsabstände. Der Randabstand (Abkürzung „c“ für Englisch „corner“ [mm]) ist hierbei der Abstand von der Dübelmitte zur Untergrundkante. Der Achsabstand (Abkürzung „s“ für Englisch „space“ [mm]) ist der Abstand zwischen der Mitte eines Dübels, zur Mitte eines benachbarten Dübels.

AchsabstandWas der Betonausbruchkegel bedeutet

Der Durchmesser dieses Ausbruchkegels beträgt bei einer Neigung des Bruchkegels von 35° ca. das 3-Fache der effektiven Verankerungstiefe (hef). Dies ergibt einen kritischen Achsabstand von s = 3 hef, bei dem gerade keine Überschneidung der Bruchkegel und damit keine gegenseitige Beeinflussung der Dübel auftritt. Ist der tatsächliche Achsabstand kleiner als dieser Wert, überschneiden sich die Betonausbruchkörper und die resultierende Gesamtlast der Gruppe ist kleiner als der größtmögliche Lastwert. Bei Achsabständen von s >= 3 hef ergibt sich keine weitere Laststeigerung, da einzelne Betonausbruchkegel entstehen und diese dann wieder relevant sind.

Achsabstand und Randabstand sind entscheidend

Wird ein Verankerungselement mit einem kleineren Randabstand als dem kritischen Randabstand von c = 1,5 hef an einen Bauteilrand gesetzt, reduziert sich die Höchstlast der Dübelbefestigung ebenfalls. Am Beispiel eines Fixankers W-FAZ/S M12 würde der Kegel einen Durchmesser von 210 mm auf der Betonoberfläche beanspruchen, da dieser eine effektive Verankerungstiefe von 70 mm aufweist. Das heißt, der erforderliche Achsabstand wäre bei 210 mm und der erforderliche Randabstand bei 105 mm. Diese Abstände können auch einfach aus den technischen Produktdatenblättern der Dübel herausgelesen werden.

Auszugswerte können berechnet werden

Der Dübel kann seine Wirkung also am besten entfalten, wenn er den Beton voll ausnutzen kann. Wird der Ausbruchkegel aber durch einen zu kleinen Abstand zum Untergrundrand oder durch eine Überlagerung mit einem oder mehreren benachbarten Dübel beeinflusst, führt dies zu einer Abminderung der Auszugswerte des einzelnen Dübels. Diese Abminderungen können am besten durch eine entsprechende Dübelberechnungssoftware ermittelt werden.

Tabellenwerte sind dann nicht mehr gültig. Natürlich hat auch die Betongüte Einfluss auf den Auszugswert. Standardmäßig wird C20/25 angenommen. Kommt ein Beton mit höherer Druckfestigkeit zum Einsatz, führt diese dementsprechend auch zu besseren Werten.

Weitere Diagramme

Betonausbruchlast einer Einzelbefestigung in der Bauteilecke bezogen auf die Last einer Einzelbefestigung in der Bauteilfläche
Betonausbruchlast einer Einzelbefestigung in der Bauteilecke bezogen auf die Last einer Einzelbefestigung in der Bauteilfläche
Betonausbruch einer Vierfachbefestigung bezogen auf die Last einer Einzelbefestigung in Abhängigkeit vom Achsabstand
Betonausbruch einer Vierfachbefestigung bezogen auf die Last einer Einzelbefestigung in Abhängigkeit vom Achsabstand
Betonausbruchlast einer Einzelbefestigung am Bauteilrand bezogen auf die Last einer Einzelbefestigung in der Bauteilfläche
Betonausbruchlast einer Einzelbefestigung am Bauteilrand bezogen auf die Last einer Einzelbefestigung in der Bauteilfläche
Einfluss Achsabstand
Einfluss Achsabstand
Einfluss Randabstand
Einfluss Randabstand

Weitere Informationen rund um die Würth Dübeltechnik finden Sie unter www.wuerth.at/duebeltechnik.

bloggt über Dübeltechnik und die richtige Anwendung bei der Verankerung.

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