Reklamationen nach dem Fenstereinbau? Wie Sie mit Fensterdichtungsbändern die Gefahr von Bauschäden verringern

821
Bauschäden können durch Fensterdichtungsbänder verringet werden. Foto: Würth
Bauschäden können durch Fensterdichtungsbänder verringet werden. Foto: Würth
Reklamationen nach dem Fenstereinbau? Wie Sie mit Fensterdichtungsbändern die Gefahr von Bauschäden verringern
5 von 5 - 1 Bewertungen

Bauschäden wie die Entstehung von Kondenswasser, Schimmelbildung und erhöhter Wärmeverlust stellen weitaus mehr als nur Ärgernisse für die Bewohner des betroffenen Gebäudes dar. Kostspielige Reklamationen sind nahezu vorprogrammiert, wenn ein Fenster nicht normgerecht eingebaut wird. Wie beim Fenstereinbau die Gefahr von Beanstandungen durch die Verwendung von Fensterdichtungsbänder verringert werden kann, lesen Sie in diesem Beitrag.

Normgerechter Fenstereinbau

Wer Fenster einbaut, kommt um eines nicht herum: Die ÖNORM B5320, die die Mindestanforderungen beim Fenstereinbau definiert. Denn mangelhafte Fenstermontagen können schwerwiegende Bauschäden nach sich ziehen, die es zu vermeiden gilt: Wird ein Fenster beim Einbau lediglich ausgeschäumt, kann durch den Alterungsprozess des PU-Schaums eine langfristige Luft- und Winddichtheit nicht gewährleistet werden. So kann es mit der Zeit zu einer Luftströmung kommen, wodurch sich Kondenswasser in der Fuge bilden kann. Die Entstehung von Schimmel, von dem auch Gesundheitsrisiken für Bewohner ausgehen, ist dann nur mehr eine Frage der Zeit! Daher sieht die ÖNORM B5320 bei der Planung des Standard-Fensteranschlusses das Befestigen des Fensters im Wandbildner, das Füllen der Fuge und das Abdichten der inneren und äußeren Anschlüsse vor.

Die ÖNORM B5320: Anwendungsbereich

Foto: Würth

Die ÖNORM B5320 ist für die Planung und Ausführung des Einbaus von Fenstern, Fenstertüren und Außen­türen (in der Folge „Fenster“ genannt), inklusive den außenliegenden Anbauteilen (z.B. Sonnen-, Insek­tenschutzeinrichtungen und/oder Lüftungseinrichtungen) in Wände, die im direkten Kontakt zum Außenklima stehen, anzuwenden.

Darüber hinaus gilt diese ÖNORM auch für Fenster zwischen konditi­onierten und nichtkonditionierten Räumen. Diese ÖNORM gilt sowohl für den Neubau und für Gebäudesanierungen als auch für den Fenstertausch. Die ÖNORM gilt nicht für die Reparatur bzw. Rekonstruktion bestehender Fenster (z.B. im Bereich des Denkmalschutzes). Weiters ist die vorliegende ÖNORM nicht für Dachflächenfenster, Licht­kuppeln, Vorhangfassaden u. Ä. anzuwenden.

 

Gut zu wissen:

  • Normen wie diese dokumentieren bei ihrer Erscheinung soweit als möglich den aktuellen Stand der Technik und regeln die grundsätzliche Mindestanforderung. Bei einem Rechtsstreit wird jedoch der Stand der Technik zum Zeitpunkt der Ausführung als Mindestanforderung zugrunde gelegt!
  • Durch einen normgerechten Fenstereinbau wird die Gefahr einer Reklamation deutlich verringert!
  • In der ÖNORM wird zwischen zwei unterschiedlichen Fenstereinbauten unterschieden
    • Standard- Fensteranschluss
      • Befestigen, Füllen und Abdichten der Fuge zwischen Wandbildner und Fenster
    • Objektspezifischer- Bauanschluss
      • Fertiger Anschluss inkl. Putz, Fensterbänken, Wärmedämmverbundsystem, usw.
      • Dieser muss vorher geplant werden und die geplante Ausführung muss eingehalten werden, da hier mehrere Gewerke zusammenarbeiten.

 

Luftströmung vermeiden

Sobald es in der Fuge zu einem Luftstrom kommt ergibt sich eine Konvektion (= Strömungstransport von Feuchtigkeit), die eine Bildung eines schädlichen Kondensats zur Folge hat. Durch Unterbindung dieser Luftströmung (luftdichte Ausführung) wird diese Konvektion verhindert. Gleichzeitig muss der Fensteranschluss außenseitig vor Schlagregen geschützt werden, damit auch von außen keine Feuchtigkeit in die Fuge eindringen kann.

 

Funktionsweise von variablen Fensterdichtbändern

Variable Fensterdichtbänder besitzen eine feuchtevariable Membran. Sie sind in trockener Umgebung diffusionsdichter und in feuchter Umgebung diffusionsoffener.

Im Winter, wenn der Feuchtigkeitsdruck auf die Konstruktion am größten ist, lässt das variable Fensterdichtband daher fast keine Feuchtigkeit in die Fensterfuge gelangen. Der niedrige Diffusionswiderstand im sommerlichen Klima bewirkt umgekehrt eine schnelle Austrocknung von Feuchtigkeit, die sich eventuell in der Konstruktion befindet, nach innen.

Fensterdichtband

 

 

 

 

 

 

Innen kälter als außen:

  • In der Fuge befindliche Feuchtigkeit diffundiert nach innen
  • Sd Wert innere Folie sinkt
  • Fuge trocknet 

 

Fensterdichtband

 

 

 

 

 

 

 

Innen wärmer als außen:

  • In der Fuge befindliche Feuchtigkeit diffundiert nach außen
  • Sd Wert äußere Folie sinkt
  • Fuge trocknet

Feuchteabtransport über die Fläche und nicht über die Fensterfuge – 3 Punkte sind dabei zu beachten:

  1. Der Fensteranschluss muss (luftdicht) abgedichtet sein damit sich der Feuchtetransport nicht auf die Fuge konzentriert und so zu Reklamationen führt.
  2. Der Fensteranschluss muss geeignet sein, eine schädliche Kondensatbildung gemäß ÖNORM B 8110 – 2 infolge von Diffusion zu verhindern
  3. Das feuchtetechnische Verhalten der angrenzenden Baustoffe ist für das Dampfdiffusionsverhalten ebenfalls maßgeblich

 

Wie können Schäden in der Konstruktion vermieden werden?

  • Durch eine ordnungsgemäße Abdichtung des Fensteranschlusses wird der Luftstrom und damit der Feuchtigkeitseintrag in die Fuge unterbunden, sodass es in der Fuge zu keiner schädlichen Kondensatbildung mehr kommt. Zusätzlich muss der Fensteranschluss an der Außenseite vor Schlagregen geschützt werden damit auch von außen keine Feuchtigkeit in die Fuge eindringen kann.
  • Neben der ordnungsgemäßen Abdichtung ist auch die Befestigung ein wichtiger Punkt, um Reklamationen zu vermeiden. Auch hier sind die Vorgaben der ÖNORM B5320 zu beachten.
  • Beim Einsatz von Produkten zur Fugenabdichtung ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Produkte den Anforderungen der ÖNORM B5320 entsprechen oder nach der ÖNORM B5321 geprüft wurden. Entsprechende Prüfberichte müssen vorhanden sein!

 

Wie kann Schimmelbildung vermieden werden?

Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt. Die Antwort darauf besteht aus mehreren Tipps:

  • Richtiges Lüften. Installierte Wohnraumbelüftungen haben sich in diesem Zusammenhang sehr bewährt.
  • Die richtige Platzierung des Fensters in der Laibung bestimmt den Isothermenverlauf am Fensteranschluss. Fällt durch einen falschen Kurvenverlauf die Oberflächentemperatur unter 10° kommt es zur Bildung von schädlichem Kondensat:

Isothermenverlauf

  • Besonders hervorzuheben ist die ordnungsgemäße Abdichtung des Fensteranschlusses und damit die Vermeidung von Luftstrom, der zu schädlichen Kondensat führen kann. Das gelingt mit einem Einbau nach ÖNORM B5320 mit dementsprechend den Anforderungen geprüften Produkten.
  • Kommt Feuchtigkeit in den Bereich des Fensteranschlusses, muss über die äußere Abdichtung gewährleistet sein, dass diese nach außen geregelt abdiffundieren kann.

 

Was ist Konvektion?

Konvektion ist eine andere Form des Wasserdampftransports. Dafür benötigt der Wasserdampf als Transportmedium Luft. Um den Transport in Gang zu bringen, muss die Luft bewegt werden (z. B. durch einen Temperaturunterschied). Bei mangelhafter Ausführung von Anschlüssen oder Abdichtungen kann es durch Konvektion zu starkem Feuchtigkeitseintrag kommen. Die Folge sind erhebliche Bauschäden (Kondenswasser, Schimmel, erhöhte Wärmeverluste).

Würth Produkttrainer Helmuth Pils. Foto: Würth
Würth Produkttrainer Helmuth Pils. Foto: Würth

„Der Fenstereinbau nach ÖNORM B5320 erfordert deshalb die Verwendung von geprüften Produkten, die diesen Anforderungen entsprechen, wie z.B. das Würth Flexband Aktiv SK oder das Flexband Aktiv Easy zur inneren und äußeren Fugenabdichtung.“

 

Helmut Pils, Würth Produkt-Experte Fenstereinbau

 

Fensterdichtungsbänder

Fensterdichtungsband mit spezieller, trocknungsaktiver Membran für die innere und äußere Fugenabdichtung. Foto: Würth
Flexband Aktiv SK: Fensterdichtungsband mit spezieller, trocknungsaktiver Membran für die innere und äußere Fugenabdichtung. Foto: Würth

Das Fensterdichtband Flexband Aktiv SK ist ein Fensterdichtungsband mit einer speziellen trocknungsaktiven Membran zur inneren und äußeren Fugenabdichtung.

Der variable Diffusionswert der Membran garantiert eine hervorragende Austrocknung der Fuge, verhindert Bauschäden durch Luftströmung und erhöht die Leistungsfähigkeit des Wärmedämmstoffs.

 

 

 

Fester dichten mit Dichtungsband. Foto: Würth
Fensterdichtungsband Aktiv Easy. Foto: Würth

Das Flexband Aktiv Easy ist ein vollflächig klebendes Fensterdichtungsband mit der gleichen Funktionsweise wie das Flexband Aktiv Easy SK. Die sehr gute Überputzbarkeit macht das Abdichten noch einfacher. Durch den doppelseitigen Klebestreifen aus haftstarkem Acrylatkleber kann das Band gleich- oder wechselseitig eingesetzt werden. Zusätzlich ermöglicht die Technologie des Klebers ein Verarbeiten ab bereits minus 10 Grad Celsius.

Das hochwertige Polyestervlies bietet mit seiner Flexibilität noch mehr Sicherheit bei auftretenden Bauteilbewegungen.

Sie möchten noch mehr über schadenfreies Bauen erfahren? Lesen Sie hier, wie Sie verhindern, dass Feuchtigkeit in die Gebäudekonstruktion gelangt.

bloggt über Produktneuheiten, Anwendungsbeispiele und Tipps & Tricks.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT