Dreimal extra-scharf, bitte: Japansägen im Check!

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Dreimal extra-scharf, bitte: Japansägen im Check!
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Japansägen sind äußerst scharf und die Arbeit mit ihnen erfolgt ganz ohne Druck. Das sind die Hauptgründe, warum sich Japansägen großer Beliebtheit erfreuen. Wir hatten die drei gängigsten Typen Kataba, Ryoba und Dozuki im Check.

Was ist eine Japansäge?

Zunächst muss vorausgeschickt werden, dass der Begriff „Japansäge“ nicht ganz korrekt ist, da es sich nicht bloß um eine bestimmte Säge handelt, sondern um eine ganze Reihe unterschiedlicher Sägetypen.

Eine Gemeinsamkeit weisen jedoch alle Modelle auf: Das Sägen mit japanischer Zahnung basiert ausschließlich auf Zug. Bei europäischen Typen, wie Fuchsschwanz und Co., zeigen die einzelnen Sägezähne nach hinten – und nicht nach vorne. Deshalb muss man herkömmliche Sägen unter Kraftaufwand schieben, während Japansägen gezogen werden.

Physiognomisch gesehen fällt der Kraftaufwand bei der Rückwärtsbewegung des Heranziehens der Säge viel geringer aus als der Druck, der aufgewendet werden muss, um das Werkzeug vom Körper wegzubewegen. Beim Ziehen entfällt damit auch die Gefahr der Krümmung des Sägeblatts, weshalb die Sägen aus Fernost mit viel dünneren Sägeblättern auskommen. Die Schnittfugen sind dementsprechend feiner und glatter. Besonders scharfe Zähne machen die Japansäge zu einem echten Präzisionsgerät.

Jede Art von Holz lässt sich mit Japansägen problemlos schneiden und verschiedene Bauarten bieten eine hohe Anpassungsfähigkeit bei diversen Tätigkeiten.

Im Überblick

Europäische Säge

  • Arbeitet auf Stoß
  • Sägeblatt ist dicker und starrer
  • Durch Stoßspannung kann sich das Sägeblatt verbiegen

Japansäge

  • Arbeitet auf Zug
  • Sägeblatt ist dünner und flexibler
  • Stabilisierung des Sägeblatts durch Zugspannung

 

Arten der Verzahnung

Verzahnung Japansäge: DreiecksverzahnungDie Dreiecksverzahnung, wie bei der herkömmlichen Gestellsäge, hat leicht verschränkte Zähne, die an Dreiecke erinnern. Diese Verzahnung ist für Schnitte längs zur Faser gedacht. Die unterschiedliche Zahnteilung erleichtert zusätzlich den Anschnitt. Die spezielle Geometrie schafft eine hervorragende Schnittqualität.

 

Verzahnung Japansäge: TrapezverzahnungDie Trapezverzahnung ist mit einem wechselseitigen Anschliff versehen. Außerdem sind die Schnittflächen messerscharf und sehr präzise. Dieses Modell eignet sich gut für Arbeiten quer zur Faser. Bei richtiger
Anwendung entfällt die Nachbearbeitung des Holzes.

Verzahnung Japansäge: UniversalverzahnungDie Universalverzahnung ist ein Mix aus Dreiecks- und Trapezverzahnung und für Schnitte längs und quer zur Faser vorgesehen.

 

Sägetypen

Die drei wichtigsten Sägetypen:

Ryoba

Japansäge

Durch die Verzahnung auf beiden Seiten gilt die Ryoba als Universalsäge. Die Trapezverzahnung auf der einen Seite und die Dreiecksverzahnung auf der anderen machen sie absolut vielseitig. Das Fehlen des Rückens ermöglicht eine hohe Eindringtiefe.

  • Vorteil: Kein Wechseln des Werkzeugs nötig, da der Einsatz für Quer- und            Schrägschnitte möglich ist.
  • Nachteil: Durch die Flexibilität des Sägeblatts kann das bearbeitete Material bei zu viel Druck leicht verklemmen.

 

         Kataba

Japanische Handsaege KatabaDie Kataba-Säge kommt ebenfalls ohne Rücken aus. Die Sägezähne der Dreiecksverzahnung sind sowohl für Quer- als auch für Schrägschnitte geeignet. Zum Einsatz kommt sie vor allem bei langen und tiefen Schnitten.

  • Vorteil: sehr handlich, unbegrenzte Schnitttiefe
  • Nachteil: eignet sich nur bedingt als „Solowerkzeug“.

 

 

Dozuki

Japanische Handsaege Douzuki

Die Zähne der Dozuki gleichen jener der Kataba-Säge, allerdings besitzt sie ein noch schmäleres Sägeblatt, weshalb sie eine Rückenverstärkung benötigt. Das dünne und scharfe Blatt sorgt für besonders feine Schnitte.

  • Vorteil: für präzise Schnitte und genaues Arbeiten
  • Nachteil: begrenzte Schnitttiefe. Aufgrund des Rückens lassen sich nur relativ kleine Werkstücke bearbeiten.

 

Tipps zur Schnitttechnik

Der Umgang mit derartigen Handsägen ist für viele ungewohnt. Um sich nicht zu verletzen, ist einiges an Übung erforderlich. Die Arbeit übernimmt die Sägezahnung und nicht die Muskelkraft:

Je geringer der Kraftaufwand, umso sauberer wird das Schnittergebnis.

Stahlqualität und Sägeblatt garantieren eine lange Lebensdauer. Die Säge beißt sich durch und wortwörtlich die Zähne aus. Ein Nachschleifen ist aus diesem Grund nicht empfehlenswert und der Griff zum frischen Sägeblatt die bessere Variante.

Jetzt sind Sie am Zug: Hatten Sie die Japansäge auch schon im Test?
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