5 Kennzahlen und 4 Tipps die Sie beim Kompressor-Kauf berücksichtigen sollten

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Tipps für den Kauf von Kompressoren
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Kompressoren sind vielseitig einsetzbar und erleichtern den Arbeitsalltag erheblich. Doch wer in ein neues Druckluftgerät investieren möchte, ist mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Am Markt sind viele unterschiedliche Modelle erhältlich, die sich vor allem in ihrem Leistungsspektrum unterscheiden. Um die Produkte vergleichen zu können, ist das Wissen der wichtigsten Kennzahlen besonders wichtig. Mit diesem Beitrag helfen wir Ihnen, beim nächsten Kauf auf die wichtigsten Faktoren zu achten.

Die wichtigsten fünf Kennzahlen eines Kompressors

Auf diese Angaben sollten Sie beim Kompressor-Kauf achten, denn die Werte liefern Ihnen die Basis für Ihre Entscheidung:

  • Höchstdruck / max. Betriebsdruck: Wird in bar (b) angegeben und gibt Aufschluss über den maximalen Luftdruck. Standard-Modelle bieten einen max. Betriebsdruck von 8 bis 10 bar, Höchstleistungs-Kompressoren bis 15 bar.
  • Abgabeleistung / Liefermenge: Diese Kennzahl wird in Liter pro Minute (l/min) angeführt. Sie beschreibt die Anzahl an Liter Druckluft, die der Kompressor pro Minute maximal abgeben kann – also welche Leistung er tatsächlich ans Werkzeug weitergibt. An dieser Angabe können Sie erkennen, ob der Kompressor ausreichende Luftleistung für Maschinen mit hohem Luftbedarf (z.B. Druckluftschleifer und Schlagschrauber) erbringt.
  • Kessel-, bzw. Behältervolumen: Gibt Auskunft darüber, wie viele Liter Füllvolumen in den Behälter des Kompressors passen. Umso größer der Kessel, desto mehr wird der Antrieb geschont, denn dieser springt erst an, sobald der Kessel leer ist. Von dieser Kennzahl hängt auch die Prüfpflicht ab. Wenn der Druck mal Inhalt weniger 3.000 beträgt kann die jährliche Überprüfung eigenständig durchgeführt werden. Ab einen Wert von mehr als 3.000 (Druck x Inhalt) muss alle 2, 6, bzw. 12 Jahre eine professionelle Überprüfung des Druckluftkessels durchgeführt werden.
  • Schalldruckpegel: Dieser Wert wird in Dezibel (dB) angegeben und zeigt die Betriebslautstärke des Geräts an. Zum Vergleich: Unterhaltungen weisen einen Wert von ca. 55 dB auf, Kompressoren kommen auf eine Lautstärke zwischen 60 (schallgedämmt bzw. Silent-Modelle) und 100 dB.
  • Anschlussart: Es gibt Elektro-Motoren für den Anschluss an (Starkstrom-) Steckdosen, Akku-Kompressoren und Geräte, die mit Benzin betrieben werden.
  • Ansaugleistung: Diese Kennzahl wird in Litern pro Minute (l/min) angegeben und bezeichnet die Luftmenge, die das Gerät pro Minute ansaugen kann. Dieser Wert kann beim Kauf des Kompressors vernachlässigt werden, denn sie gibt keinen Aufschluss auf die Leistungsfähigkeit des Produkts. Viel relevanter ist, welche Menge an Luft der Kompressor verarbeiten und abgeben kann (siehe Abgabeleistung).

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Die Angaben dieser genannten Kennwerte sind eine wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl Ihres nächsten Kompressors. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen sollten Sie auf bestimmte Kriterien achten, die auf eine hohe Qualität des Produkts hinweisen. Denn hochwertige Geräte zeichnen sich durch ihre Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer aus.

4 Tipps, mit denen Sie Qualitätsunterschiede bei Kompressoren feststellen:

1. Rostanfälligkeit:

Achten Sie beim Kauf Ihres neuen Kompressors darauf, ob er innen mit einem Rostschutz wie beispielsweise einer Lackierung, Feuerverzinkung oder einer Beschichtung ausgestattet ist, bzw. ob ein Kondensatableiter oder ein Luftkühlsystem vorhanden ist. Ohne diese Eigenschaften neigen Kompressoren schnell dazu, von innen heraus zu rosten. Verursacht wird dies durch den Feuchtigkeitsanteil in der Luft. Denn der Kompressor saugt Luft an und kühlt sie im Inneren ab. Dabei kondensiert sie – diesen Prozess kennen wir, wenn Fensterscheiben beschlagen und so die Feuchtigkeit sichtbar machen. Da ein Kompressor ein geschlossenes System ist, kann die Feuchtigkeit nicht verdampfen und setzt sich im Druckluftbehälter ab. So entsteht bei fehlendem Schutz schnell Rost.

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Die Erzeugung und Aufbereitung von Druckluft ist immer mit der Entstehung von Kondensat verbunden – ein Kondensatableiter leitet dieses automatisch ab und beugt so Rost vor.

2. Hochwertige Verdichter zur Ausnutzung der Motorleistung:

Die Motorleistung (in KW angegeben) wirkt sich nicht direkt auf die Luftleistung des Druckluftgeräts aus, ist jedoch für den Energieverbrauch relevant. Bei kostengünstigen Kompressoren, die eine hohe Motorleistung angeben, wird im Gegenzug beim Verdichter eingespart. Dadurch kann es passieren, dass der Verdichter die hohe Motorleistung nicht optimal nutzen kann. Wenn das der Fall ist, entstehen zusätzliche Energiekosten. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass die Verdichter hochwertig sind und die gesamte Motorleistung verwerten können.

3. Kühlung gegen Erhitzung:

Starke Belastung und fehlende Kühlung können zur Überhitzung des Verdichters führen. Dies verursacht einen temporären Ausfall, bis das Gerät wieder abgekühlt ist und verkürzt die Lebensdauer. Spezielle eingebaute Kühlleitungen sorgen für eine Abkühlung der Luft und verhindern dadurch eine Überhitzung.

4. Markenprodukte:

Hier gilt das Sprichwort „Wer billig kauft, kauft teuer.“ Die Produktion von Marken-Kompressoren erfolgt unter hohen Qualitätsstandards. Es werden erstklassige Materialien eingesetzt und es wird auf eine hochwertige Verarbeitung geachtet. Im Normalfall führen diese Kriterien zu einer starken Leistung und einer langen Lebensdauer des Kompressors. Zusätzlich sind eine regelmäßige Wartung und eine sorgfältige Pflege ausschlaggebende Punkte für eine verlängerte Lebensdauer.

Zögern Sie bei Fragen nicht, die Würth Werkstattausrüstungs-Spezialisten zu kontaktieren. Diese helfen Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen.

Einen weiteren Beitrag zum Thema Kompressoren finden Sie hier.

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